Rote Karte für Baumgärtners Medi-Verbund

P R E S S E S C H A U

Stuttgarter Zeitung 17.11.2000

Ärztenetz verliert vor Sozialgericht

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordwürttemberg (KV) darf vorerst nicht Gesellschafterin des Ärztenetzes Medi sein. Dies hat das Sozialgericht Stuttgart am Mittwoch entschieden.

Die KV ist neben der Vertragsärztlichen Vereinigung die treibende Kraft bei der Gründung des Medi-Verbundes gewesen - der Beschluss könnte deshalb große Bedeutung für die Zukunft des Ärztenetzes haben, zu dem rund 2900 Mediziner aus der Region gehören sollen. Laut Richter Martin Rother verstoße die KV erstens, da sie eine Zwangsvereinigung aller niedergelassenen Ärzte sei, als Medi-Gesellschafterin gegen den Grundsatz, alle Ärzte gleich zu behandeln. Ihre Rolle als Gesellschafterin müsse sie, bis das Hauptverfahren entschieden sei, ruhen lassen.

Zweitens, so Rother, dürfe die KV den Medi-Verbund nicht mehr finanziell oder materiell fördern. Drittens muss die KV "herabwürdigende Äußerungen'' gegen den Verbundkonkurrenten Medeon unterlassen, von dem die Klage stammt. Der Richter geht davon aus, dass der Beschluss angefochten werden wird. Vertreter von Medi wollten sich nicht äußern: Der Beschluss müsse zunächst geprüft werden, so die KV. fal


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