Rote Karte für Baumgärtners Medi-Verbund

P R E S S E S C H A U

Ärzte Zeitung vom 03.07.2000
(Nr. 120, Jg. 19) S.17

Konzept der Genossenschaft ist demokratischer


Zum Beitrag über den Medi-Verbund schreibt Allgemeinarzt Dr. Bornscheuer:

Die "Ärzte-Zeitung" hat mit einem ausgewogenenen Artikel über das Medi-Konzept endlich ihren monatelangen Trend gebrochen, ausschließlich positive Resonanzen über dieses Konstrukt zu veröffentlichen. Das ist dankbar zur Kenntnis zu nehmen.

Die Medi-Initiatoren hatten zu Beginn ihrer Kampagne mit gut formulierten Absichtserklärungen noch die Hoffnung auf konsensfähige Verträge geschürt - kritische Beiträge ursprünglich wohlmeinender Kollegen wurden dann aber rasch als mißgünstige Stimmungsmache desavouiert. Wer sich allerdings der Mühe unterzieht, das verschachtelte Gefüge des geplanten Machtapparates unter die Lupe zu nehmen, wird registrieren, mit welcher Sorgfalt alle Instrumente zu Kontrolle der Geschäftsführung ausgehebelt wurden - das gilt selbst für den "erweiterten Vorstand".

Demgegenüber dürfte das Genossenschafts-Konzept in Schleswig-Holstein, das schon in seiner Gründung wesentlich mehr durch Transparenz und demokratische Lenkung zu begeistern scheint, auf Dauer die größere Tragfähigkeit besitzen. Die Zahl der Medi-Mitglieder darf schließlich nicht darüber hinwegtäuschen, daß der gesamte Apparat bislang nicht mehr ist als eine Art Bauentwurf mit vorgemerkten Mietern. (Noch steht nicht einmal der Rohbau: die Medi-GmbH ist bis heute nicht eingetragen.) Ob das geplante Kollegialgebäude jemals als Heimstatt mittelständischer Praxen nutzbar ist, darf füglich bezweifelt werden.

Dr. med. B. Bornscheuer
Allgemeinarzt
Waiblingen


© 2000 Dr. Bernd Bornscheuer / Ärztezeitung.
Wiedergabe auf medi-report.de mit freundlicher Genehmigung von Dr. med. Bernd Bornscheuer. Blau: Vollständiger Text von Dr. Bornscheuer.