Rote Karte für Baumgärtners Medi-Verbund

P R E S S E S C H A U

MEDICAL TRIBUNE 11.12.1999 (34. Jahrgang Nr. 49) 
Seite 18
 

Muß Kritik an MEDI etwa gerechtfertigt werden ?

Mehr als bedenkenswert

Zu den Beiträgen "Einzelkämpfer haben ausgeträumt - Verunglimpfen Sie Dr. Baumgärtner nicht!" und "Dazu MT-Autor Klaus Schmidt - Kritische Worte müssen erlaubt sein" MT Nr. 45/99, S.18

An MEDICAL TRIBUNE

Die Diskussion um die MEDI-Verträge wurde auch in der MT objektiv dargestellt (siehe: "Ich rette die Ärzte vor der Kassenmacht" in MT 35/99, S.21). Wenn nun der verantwortliche Autor Klaus Schmidt die Veröffentlichung kritischer Stimmen (siehe: "Angst vor einem übermächtigen KV-Boß" in MT Nr. 41/99) in der neuesten Ausgabe MT Nr. 45/99 rechtfertigen muß, dann ist dies mehr als bedenkenswert. Vermutlich haben die Befürworter von MEDI immer noch nicht verstanden, daß es auch eine Wahrheit außerhalb von MEDI gibt, die man objektiv und informativ veröffentlichen kann. Solange dies ohne persönliche Diffamierung abgeht, sehe ich darin nichts Verwerfliches. Bezüglich der Veröffentlichung zweifelhafter personengebundener Aussagen muß MEDI in Gestalt seiner Protagonisten sich zuerst an der eigenen Nasenspitze fassen.

Das allzu simple Weltbild der MEDI-Anhänger, daß jeder, der nicht für MEDI in der vorliegenden Vertragsform ist, auch automatisch gegen MEDI sein muß, kommt mir im Rückblick auf geschichtliche Erfahrungen zu bekannt vor. Und gegen den geäußerten Vorwurf, für eine Spaltung der der Ärzteschaft verantwortlich zu sein, möchte ich zu bedenken geben, daß nicht derjenige, der vor einer potentiellen Gefahr warnt, auch für die Gefahr selbst verantwortlich ist. ("Wer bindet der Katze die Schelle um?")

In diesem Sinne bleibt es den Ärzten, die den MEDI-Verträgen in der jetzigen Form nicht zustimmen können, unbenommen, eigene Strukturen zu schaffen, auch wenn dies der Idee einer geschlossenen Ärzteschaft entgegensteht, aber gab es diese jemals?

Dr. Thomas Brodrick
Internist
Waiblingen

 

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Wiedergabe auf medi-report.de mit freundlicher Genehmigung durch Regine Jacobsen, Redaktion MEDICAL TRIBUNE