Rote Karte für Baumgärtners Medi-Verbund

P R E S S E S C H A U

MEDICAL TRIBUNE 11.12.1999 (34. Jahrgang Nr. 49) 
Seite 20 

Der Verbund ist überflüssig

Kommentar
von Klaus Schmidt

Die Väter von Medi werden nicht müde, auf die Freiwilligkeit der Teilnahme hinzuweisen. Was aber daran so freiwillig sein soll, wenn es zur Teilnahme am Medi-Konzept nach Dr. Baumgärtners und Dr. Metkes Willen keine Alternative geben darf, das müssen die beiden Medi-Erfinder noch erklären. Sie wollen ja keine Netze-Vielfalt, sondern ein KV-Ersatz-Monopol. Wer dann eine Praxis für GKV-Versicherte führen will, muß die Monopol-Bedingungen schlucken, sonst hat er keine Chance.

Und auch ein paar andere Aussagen sind zu hinterfragen:

  • Die Vertragsärztliche Vereinigung malte die Abschaffung der KV an die Wand. Nach dem Scheitern der Reform 2000 ist noch nicht einmal eine Veränderung der gegenwärtigen KV-Position abzusehen.
  • Das "Einkaufsmodell" der Kassen zielt angeblich auf "die Vernichtung von 30 Prozent freier niedergelassener Praxen". Auch das ist an den Haaren herbeigezogen.
  • Medi hätte sein Ziel schon erreicht, wenn es nur die strukturierten Verträge mit Ausbudgetierungen für alle Ärzte erreichen würde, argumentieren die Dres. Baumgärtner und Metke. Diese Verträge mit ausbudgetierten Leistungen zu festen Punktwerten mit der AOK hat die KV ohne den Medi-Verbund ausgehandelt. Das müßte der KV-Vorsitzende Dr. Baumgärtner eigentlich wissen. Dazu wäre ein Verbundsystem also nicht notwendig.
  • Zum Argument gemeinsamer günstiger Einkauf, EDV-Vernetzung etc. durch Medi: Solche Einkaufsringe und EDV-Vernetzungen gab und gibt es auch ganz ohne ein einheitliches Verbundsystem aller Ärzte.

 

Hier gelangen Sie zum MEDI-Report Nr.8 vom 26.11.1999 und erfahren in gewohnt unterhaltsamer Weise von den ersten unternehmerischen Gehversuchen der MEDI GmbH.

 

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Wiedergabe auf medi-report.de mit freundlicher Genehmigung durch Regine Jacobsen, Redaktion MEDICAL TRIBUNE