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N A C H R I C H T E N

08.03.2000

Licht aus? Licht an? Nachtlicht im Kinderzimmer nicht schädlich für das Sehvermögen

London (dpa) - Nächtliches Licht im Kinderzimmer hat entgegen älterer Studien keine Auswirkungen auf das Sehvermögen der Kleinen. Vielmehr sind Eltern, die das Licht während des Schlafes ihrer Kinder anlassen, eher kurzsichtig. Das berichten zwei Arbeitsgruppen in der jüngsten Ausgabe des Fachjournals "Nature" (Bd. 404, S. 143). Der Grund für die Angewohnheit eines oder beider Elternteile, könnte darin liegen, dass sie selbst schlecht sehen und deshalb Licht brennen lassen, um ihre Kinder besser beobachten zu können, vermuten Jane Gwiazda und Mitarbeiter vom New England College of Optometry in Boston (Massachusetts).

Ende vergangenen Jahres hatten Forscher aus Philadelphia berichtet, dass Kinder kurzsichtig werden, wenn sie im Alter bis zu zwei Jahren nachts bei Licht schlafen. Die zwei US-Teams konnten diese Ergebnis in ähnlich durchgeführten Untersuchungen nun nicht bestätigen. Dagegen haben die neuen Untersuchungen in beiden Fällen einen Zusammenhang zwischen kurzsichtigen Eltern und der Angewohnheit gefunden, im Zimmer kleiner Kinder über Nacht Licht brennen zu lassen. Die Ergebnisse galten sowohl für Licht aus der Deckenlampe als auch für die relativ schwachen Nachtlichter in Steckdosen. Der entdeckte Zusammenhang könne auch am höheren sozialen Status kurzsichtiger Eltern liegen, die generell mehr Aufwand um die Betreuung ihrer Kinder treiben, schreiben die Forscher.

Anderen Untersuchungen zufolge hat helles Licht im Schlafzimmer jedoch Auswirkungen auf den Schlaf. Wer am Abend über seinem Buch einnickt, hat demnach seine inneren Uhr verstellt und den Tag-Nacht- Rhythmus empfindlich gestört, heißt es in einer älteren Studie. Lichteinfall unterdrücke das Enzym N-Acetyltransferase zur Produktion des Hormons Melatonin, das eine wichtige Rolle im Schlafzyklus spielt (Science, Bd. 279, S. 1358).

 
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