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N A C H R I C H T E N

23.02.2000

Medizinische Kunstfehler: US-Regierung will Fehlerquote innerhalb von fünf Jahren halbieren

Washington (dpa) - Die US-Regierung geht gegen gefährliche Irrtümer bei der Behandlung von Kranken vor, die nach Statistiken jährlich bis zu 98.000 Amerikaner das Leben kosten. Präsident Bill Clinton verkündete am Dienstag in Washington ein Maßnahmenbündel, das die Zahl von vermeidbaren Kunstfehlern, Schlampereien und Verwechslungen bei der Ausgabe von Medikamenten in einem Zeitraum von fünf Jahren um die Hälfte senken soll.

Kernpunkte ist die Einführung einer Pflicht zum Melden von medizinischen Fehlern für Krankenhäuser und Arztpraxen. 20 Millionen Dollar sollen zur Erforschung von Kunstfehlern und Schritten zur Verhinderung ausgegeben werden. Außerdem soll es neue Gesetze geben, um Verpackungsbeilagen von Medikamenten besser lesbar und verständlicher zu machen.

Die im vergangenen Jahr von der Nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentliche Statistik über die Zahl der Irrtümer (MEDI-Report berichtete) hatte hohe Wellen geschlagen. Danach sterben durch die Fehler mehr Menschen in den USA als an Autounfällen, Brustkrebs und Aids. Allein die Zahl der Toten durch Irrtümer beim Verschreiben oder der Ausgabe von Medikamenten wurde auf jährlich etwa 7.000 geschätzt.

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